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Plastikblumenkinder spielen im konservierten Mondlicht mit all ihrem elektronischen Zeug, toben sich so richtig aus und nachher, wenn der Mond schon explodiert ist und seine Innereien auf die Welt 2.0 hat regnen lassen, sitzt man im Kreis vorm Schwarz-Weißen Feuer und hält sein klebriges Stockbrot vor die Mattscheibe. Und dann wird man doch wieder etwas sentimental, vielleicht weil das Brot einfach nicht gar wird, und irgendjemand will die Stimmung stützen und schlägt in die Saiten. Was schließlich aus dem Instrument schwingt, soll angeblich AndA sein. Folk trifft auf die durch und durch medialisierte Gegenwart, nichts wirklich neues und doch so noch nie gehört.


AndA spielt mit Mitteln der Medienkunst mit den althergebrachten Klischees der romantisch aufgeladenen Popmusik und stellt diese als Beispiel eines Massenmediums in einen globaleren Kontext moderner Kommunikationsstrukturen. Die Inhalte wie z.B. die Frage, ob popmusikalisch vermittelte Emotionen authentisch, im Hörer angelegt sind oder erst durch das Medium selber erzeugt, sozusagen aufgezwungen werden, bleiben abstrakt und assoziativ. Doch ist jede erzeugte Stimmung immer kurzfristig und fragil. Ihr wird wieder und wieder widersprochen - bis sich hinter den so oft melancholischem Popkitsch reflektive Fragen bezüglich des Grundcharakters von Popmusik und heutiger Kommunikation stellen.

Mithilfe diverser Radiogeräte auf der Bühne wird das aktuelle Radioprogramm über Livesampling Bestandteil der Musik. Die klare Auftrennung zwischen Bühne und den Zuhörern wird aufgebrochen, indem Kassettenrekorder als vorprogrammierte Klangquellen ins Publikum getragen werden, indem die Menschen vor der Bühne aus den warm klingenden Boxen alter Röhrenradios selbst beklatscht werden. Durch weit ausholende musikalische Kreuzungen mit und Zitaten aus Folk, Breakbeat, Hip Hop, militärischer Marschmusik, Noise, Mainstreampop, etc. wird das Spektrum wie die Relativität popmusikalischer Kultur thematisiert. Alte Telefone dienen als Mikrofon, diverse digitale Lärmquellen aus dem Internet, sowie Diktiergerät, Essensgong, Walkie-Talkies, Ukulele, Kinderkeyboards, die Mundharmonika, etc. dienen zur Klangerzeugung. Resultat sind auf den ersten Höreindruck oft sentimental scheinende Popmusikkonzerte, die sich und den Kontext, in dem sie passieren be- und hinterfragen.



Andere über AndA


"Anda scheinen den Bogen zwischen gewohntem Songwriter-Duktus und verstörend-faszinierender Avantgarde, Mainstream, Lo-Fi, Pop und Medienkunst ausloten zu wollen. Und es gelingt ihnen überaus gut..."

     - www.frohfroh.de: We Like Dance Music From Leipzig


"Was bedeutet es eigentlich in einer Welt 2.0 zu leben und wie wirkt sich die zunehmende Technologisierung unserer Umwelt auf die populäre Musik aus? Andas Stil ist irgendwo in der Nähe von Folk, Elektro und Experimental anzusiedeln, lässt sich aber keiner bestimmten Musiksparte zuordnen. Nichts wirklich neues und doch so noch nie gehört."

     - Bremer: Das Metropolen Magazin für den Nordwesten